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Der etwas andere Therapieansatz: Metronomische Chemotherapie oder

 

Warum weniger manchmal mehr ist

Referent: PD Dr. med. Joachim Drevs
Ärztlicher Direktor der Tumorklinik Sanafontis, Freiburg

 

Ich will auf keinen Fall mehr eine Chemotherapie machen, gibt es nicht eine Therapie mit weniger Nebenwirkungen? Krebspatienten äußern diesen Wunsch sehr häufig, denn die standardmäßig verabreichten hoch dosierten Substanzen, sogenannte Zytostatika, sind oftmals mit zum Teil gravierenden Nebenwirkungen verbunden. Ein relativ neuer Behandlungsansatz, der teilweise noch klinisch erprobt wird, ist die metronomische (Chemo-)Therapie. Bei der metronomischen Therapie folgt man der Erkenntnis, dass weniger auch mehr sein kann: Anstatt der in Intervallen verabreichten, hoch dosierten, nebenwirkungsreichen Chemotherapie erhalten Krebspatienten, die für eine solche Therapie geeignet sind, ein sehr niedrig dosiertes Zytostatikum, das in Tablettenform täglich gegeben wird. Das macht die Behandlung für die Patienten sehr gut verträglich, gilt diese Therapieform doch als nebenwirkungsarm.  Dr. Joachim Drevs, der Ärztliche Direktor der Tumorklinik Sanafontis beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Therapieansatz. Er erläutert in seinem Vortrag, warum der therapeutische Effekt der metronomischen Therapie aus dem Verzicht auf Behandlungspausen resultiert. Denn in den Therapiepausen der Standardchemotherapie erholen sich nicht nur der Patient und die gesunden Zellen, sondern leider auch die Tumorzellen und die sie versorgenden Blutgefäße. Die metronomische Chemotherapie scheint, wie in Studien inzwischen nachgewiesen werden konnte, die Wechselwirkung zwischen Tumor und dem gesunden, die Tumorzelle ernährenden Gewebe zu beeinflussen. Um diesen Angiogenese genannten Vorgang zu unterbinden, wird die niedrig dosierte Chemotherapie kombiniert mit Medikamenten, die sowohl entzündungshemmend wirken als auch den Tumor "aushungern". Erste Studien zeigten unter der metronomischen Therapie zumindest eine Stabilisierung der Erkrankung bis hin zu deutlich höheren Überlebenschancen, zum Beispiel bei Lungenkrebspatienten. Insgesamt  stellt die metronomische Therapie in der Onkologie eine interessante Variante zur üblichen Chemotherapie dar. Sie ist nicht als Alternative zu begreifen, sondern ergänzt das Therapiespektrum.

 

Datum:         Mo, 16.02.2009

Zeit:  18:00 h 20:00 Uhr

Ort:   Treffpunkt Freiburg im ZO

Raum 7, Schwarzwaldstrasse 78d (Osteingang)

 

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